Wie Kinder Roboter für sich entdecken

Kinder Roboter Thymio Ein Blogbeitrag von Oliver Reinsch – November 2016

Wir waren vor kurzem bei einer befreundeten Familie zu Besuch und wollten für die Kinder Roboter zum spielen mitnehmen.

Vier Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren konnten den ganzen Nachmittag in dem „Spiele-Dachgeschoss“ des Hauses unserer Freunde Spaß haben und Neues entdecken. Mein Sohn (12) kam auf die Idee unseren Kinder-Roboter den „Thymio mitzunehmen. Ohne Laptop, ohne Tablet… Einfach nur den Roboter mit den vorprogrammierten Grundprogrammen – und es wurde ein Riesenspaß, soviel sei vorab verraten.

Kurz nachdem wir ankamen wurde der Roboter ausgepackt und von den beiden Kindern unserer Freunde inspiziert… „Der sieht ja ganz anders als ein Roboter aus! Irgendwie süß…“ sagte das Mädchen Beatrice und nur wenige Sekunden später hatte der Junge Max bereits seinen Finger auf den mittleren Touchsensor gelegt und den Roboter somit zum Leben erweckt.

Drei Töne schallten durch den Raum…

…und der Roboter leuchtete in bunten Farben auf dem Esstisch. Unsere Kinder (die schon länger mit Robotern spielen, experimentieren und diese auch programmieren) sagten, dass der Thymio Roboter verschiedene Grundprogramme habe und sich sein Verhalten, je nach Farbe in der er leuchtet, verändere. Gesagt, getan… der Roboter leuchtete rot und versuchte durch schnelles Rückwärtsfahren vor Beatrices Hand zu fliehen… aber nur kurzzeitig, denn dann stellte auch schon Max seine Hand dem Roboter in den Weg, sodass der Roboter wieder in die andere Richtung fliehen wollte. Dies ging so lange, bis beide Kinder den Roboter vorne und hinten beinahe berührten und der Roboter durch lautes Piepen auf seine aussichtslose Situation aufmerksam machen musste. Die Kinder lachten, hatten Spaß und freuten sich, den Thymio näher kennenzulernen.

Schnell freundeten sie sich mit dem Roboter an,

wählten das grüne Programm aus und ließen den Roboter ihren kleinen Händen folgen. Mit dem gelben Programm wollten Sie testen, wie schlau der Thymio ist und ob er gegen die Vase fährt –  oder noch besser, ob er vom Tisch runterfällt. Doch nichts von beidem passierte. Der Roboter wich der Vase aus und stoppte kurz vor dem Abgrund und die Kinder waren beeindruckt. Jetzt war das Eis zwischen den Kindern und der Technik endgültig gebrochen.

Der Roboter wurde zu einem Familienmitglied

und die Kinder wollten wissen, ob er denn nun wirklich auf sie hört. Mit dem dunkelblauen Programm reagiert der Thymio auf klatschen. Er dreht sich – klatscht man einmal fährt er vorwärts – klatscht man ein weiteres Mal, dreht er sich wieder – und wenn man zweimal klatscht dann stoppt er. Die Kinder ließen den Thymio einmal um die Vase und wieder zurück fahren- und das nur indem sie dem Roboter durch Klatschen zeigten, was dieser machen sollte. Bei der ersten Runde klatschten natürlich alle und der kleine Kinder Roboter wusste nicht, was er machen sollte. Aber schon in der zweiten Runde ging es super, da immer nur einer den Roboter durch Klatschen steuerte.

Kinder Roboter Thymio Nun war es an der Zeit, den Kinder-Roboter die große weite Welt erkunden zu lassen

oder zumindest den Fußboden des Wohnzimmers. Die Kinder erfanden mit dem Thymio und dem gelben Programm eine moderne Art des „Flaschendrehens“. Beatrice, Max und meine Tochter saßen auf dem Boden, ihre Beine berührten sich und der Roboter fuhr zwischen den Kindern hin und her, ohne auch nur ein Bein zu berühren. Die Kinder wetten derweil darauf, zu wem der Roboter denn nun als nächstes fahren würde.

Kinder Roboter Thymio
Schnell wurden neue Pläne geschmiedet, was der Roboter denn alles für Sie erledigen könnte. Zimmer aufräumen, Müll rausbringen und Trinken aus der Küche holen standen dabei in der Rangliste der Wünsche ganz weit oben! 😉 Jedoch wurde erstmal durch den Roboter die Katze gefüttert. Das war lustig, denn immer wenn sich die Katze dem Fressen näherte, bog der Roboter – und somit auch ihr Fressen – in eine andere Richtung ab. Beatrice stand auf, flitze nach oben und holte eine Seilbahn die zwischen den Etagen des Hauses am Treppengeländer montierte wurde und Max schnappte sich den Roboter um mit den Reifen die Holzscheiben der Seilbahn anzutreiben. In den kleinen Korb kamen Geheimnachrichten und so wurde einstimmig beschlossen, dass der Roboter auch Nachrichten versenden kann.Kinder Roboter Thymio

Nach den Übungen auf dem Tisch, dem Boden und an der Seilbahn wollten die Kinder jetzt herausfinden, was der Thymio denn nun wirklich kann… Alle gingen hoch in das knapp 25 Quadratmeter große und mit Laminat ausgelegte „Spiele-Dachgeschoss“ und es wurde leise im Haus. Um genau zu sein sehr leise! Fast eine halbe Stunde haben wir die Kinder nicht gesehen. Der Thymio stand bei uns auf dem Tisch bis Max schließlich zu uns runterkam. „So Roboter, jetzt kannst du unser Zimmer erkunden“ sagte er und schnappte sich den Thymio. Interessiert folgte ich ihm und war nicht schlecht beeindruckt als ich das Zimmer sah…

Nichts stand an seinem ursprünglichen Platz – alles wurde mindestens einmal bewegt – und schemenhaft meinte ich einen Parcours zu erkennen. Aus dem Bauernhof raus, unter dem Hüpfpferd durch, links an der Garage vorbei, scharf nach rechts zu dem Einkaufscenter, unter dem Mini-Tischkicker durch, am Müllauto vorbei auf die Zielgerade und dann zurück zum Bauernhof. Ich war beeindruckt! Nicht nur über die Kreativität der Kinder, sondern auch über die Masse an Spielsachen ;-).

Und flutsch war der Roboter von Max schon in den Bauernhof gesetzt worden. In letzter Sekunde konnte ich noch mein Handy zücken und das ganze Spektakel als ein Zeitraffer-Video aufnehmen. Und hier ist es…

Der Roboter fuhr den kompletten Parcours alleine und eigenständig ab, ohne auch nur an einen Gegenstand zu stoßen und fand eigenständig sein Ziel!

Jetzt waren die Kinder unserer Freunde restlos begeistert und jubelten. Sie hatten den ganzen Nachmittag gemeinsam Spaß mit dem Thymio Kinder Roboter, erforschten seine Verhaltensweisen, ließen sich Übungen und Herausforderungen kreativ einfallen und beeindruckten selbst mich was man alles mit dem Thymio machen kann. Denn das der Roboter Nachrichten mit einer Seilbahn versendet, darauf wäre ich nun wirklich nicht gekommen. In zwei Monaten wollen wir uns alle wieder sehen und die Kinder haben beschlossen, dann den Roboter mit eigenen Programmen auf neue Missionen zu schicken.

Doch das Beste war, dass sie alle zusammen spielten… keiner wurde ausgeschlossen, oder gesagt „Du kannst das nicht“… Nein, es war wirklich ein gemeinschaftliches Erlebnis! Für mich als einer der Gründer der Roobot-Academy und als Gründungsvorsitzender des Roobot e.V.s war es einer der besten Tage. Kinder dabei zu beobachten, wie sie spielerisch die Technik von morgen BEGREIFEN.

Vielen Dank für das Lesen dieses Blog-Beitrages. Hat es Ihnen gefallen, würde ich mich sehr über das Teilen oder Liken auf Facebook freuen. Haben Sie Fragen zu Kinder Roboter oder möchten Sie wissen, wo wir aktuell Schulkurse anbieten, stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

 

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Vincent @ work 😉

Oliver Reinsch

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